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CHRISTUS SEGNETE DIE KINDER

CHRISTUS SEGNETE DIE KINDER

2017

Acryl auf Leinwand

15-teilig, insgesamt 100 x 170 cm

 

Referenz:

Lucas Cranach: CHRISTUS SEGNET DIE KINDER
vor 1537
Öl auf Holz
72 x 121 cm
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schleswig

 

Ein Motiv stammt nicht aus dem privaten Kontext des Künstlers:

Es zeigt Die Überreste des ehemaligen Anwesens von Herrman Görings Landsitz, Carinhall.

Schon 1933 ließ Göring sich auf Staatskosten ein aufwendig gestaltetes Jagdhaus errichten. Er nannte den Ort nach seiner ersten verstorbenen Frau Carin, für die er hier extra ein pompöses Grabmal hatte anlegen lassen. Der Mythos Carinhall war geboren.

Adolf Hitler und Hermann Göring in Carinhall. © rbb/Library of Congress
Adolf Hitler und Hermann Göring in Carinhall.

In den darauffolgenden Jahren ließ Göring das Anwesen immer weiter ausbauen. Er perfektionierte den abgeschiedenen und romantischen Ort am Großen Döllnsee zur Bühne für seine Inszenierungen in Großformat. Staatsgäste und Diplomaten gaben sich die Hand in Carinhall: Der schwedische König, der König von Siam, Mussolini… Stolz präsentierte Göring ihnen sein Reich. Von echten Löwen, dem großangelegten Park, wertvollen Kunstschätzen, bis hin zu zwei riesigen Modelleisenbahnanlagen. Als selbsternannter „Herr der Schorfheide“, als oberster Forstmeister und zugleich oberster Jagdherr des Deutschen Reiches verstand es Göring wie selten jemand auf der „Klaviatur“ von Jagd und Macht zu spielen.

[…] Mit Kriegsbeginn verlagerte Göring nun immer öfter seine Lagebesprechungen nach Carinhall. Von hier wurde der Luftkrieg koordiniert und auch die Planung des Völkermords im Osten besprochen. Je länger der Krieg dauerte, desto wichtiger war für Göring die Flucht in seine Scheinwelten. Das Jagen, das Sammeln und Rauben von Kunst […] Für seinen 60. Geburtstag, im Jahr 1953, plante er, hier ein riesiges Museum einzuweihen, um seine Kunstsammlung zur Schau zu stellen. Es waren tausende Werke, die er geschenkt bekommen, gekauft und vor allem aus ganz Europa zusammengeraubt hatte damaliger Schätzwert 600 Millionen Reichsmark, heute nur in zig Milliarden zu beziffern.“
(rbb: Geheimnisvolle Orte – Görings Carinhall)

„Christus segnet die Kinder“ und „Sündenfall“ der Gottorfer Bestände gehörten zu Görings Sammlung.

„Entsprechend der Ermittlungen der amerikanischen Kunstschutzoffiziere wird im Göring-Report festgestellt, dass sich das Gemälde früher in der Sammlung von Lord Northbrook in London befunden hatte.3 1941 wurde die Tafel durch die Berliner Kunsthandlung Hinrichsen an Göring verkauft, wobei die Hälfte des Gemäldes dem Berliner Kunsthändler H.W. Lange gehört hatte. Die TVK München hatte diese Ergebnisse übernommen.4
Den Angaben im Göring-Report ist zu entnehmen, dass Hinrichsen und Lange das Gemälde direkt aus der Londoner Sammlung erworben haben. Damit ist ein NS-verfolgungsbedingter Verkauf auszuschließen. Darüber hinaus arbeiteten die beiden erwähnten Kunsthändler mit den Nationalsozialisten zusammen und profitierten von deren Geschäften. “

(Cranach Digital Archive)